Christophorus Hospizverein Erding e.V.

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst

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Patientenverfügung

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Der Christophorus Hospizverein Erding e.V.

 

 

Die Patientenverfügung
Unsere Welt ist sehr viel komplizierter geworden und nicht einmal das Sterben ist davor verschont geblieben. Die moderne Medizin hat heute vielfältige technische Möglichkeiten. So können jetzt manche Krankheit, die noch vor wenigen Jahren als unheilbar galten, geheilt werden. Die Medizin ist heute aber auch in der Lage, menschliches Leben über ein erwünschtes Maß hinaus zu verlängern. Viele Menschen befürchten, einmal von vielen Schläuchen umgeben und gegen Ihren Willen am Leben erhalten zu werden. Andere hingegen, haben Angst, dass für sie zu wenig getan wird. Wenn Sie über Anfang, Fortsetzung und Beendigung medizinischer Maßnahmen mitentscheiden möchten, sollten Sie Ihren Willen in einer Patientenverfügung vorausverfügen.

Was ist eine Patientenverfügung?
Eine Patientenverfügung ist ein Dokument, in dem Sie Ihren Willen für den Fall, dass Sie einmal nicht in der Lage sein werden, diesen zu äußern, vorausverfügen. Sie legen darin fest, wie Sie behandelt oder nicht behandelt werden möchten, falls eine Situation eintritt, in der Sie nicht mehr in der Lage sind, sich zu äußern.

Was kann mit einer Patientenverfügung erreicht werden?
Jede medizinische oder pflegerische Behandlung bedarf der Einwilligung des Patienten. Das bedeutet, dass kein Arzt Sie gegen Ihren Willen behandeln darf, sonst macht er sich der Körperverletzung schuldig (§ 223 StGB). Kann ein Mensch jedoch nicht mehr sagen, wie er behandelt werden möchte, weil er z.B. bewusstlos ist, muss der Arzt für ihn entscheiden.
In solchen Situationen wird die Patientenverfügung für den Arzt eine große Hilfe sein.

Wie erstelle ich eine Patientenverfügung?
Beginnen Sie mit persönlichen Überlegungen, was ist Ihnen jetzt wichtig, was für Ihre Zukunft. Formulieren Sie Ihre Behandlungswünsche ganz konkret. Führen Sie viele Gespräche mit vertrauten Personen zu diesem Themenbereich. Lassen Sie sich beraten. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Schreiben Sie Ihre Wünsche nieder und ergänzen Sie Ihre Patientenverfügung durch Ihre ganz persönlichen Wertvorstellungen. Diese von Ihnen verfassten Wertvorstellungen erleichtern auch Entscheidungen in nicht in der Patientenverfügung geregelten Krankheitssituationen und in Zweifelsfällen.

Was Sie nicht vergessen dürfen?
Versäumen Sie nicht, eine Person Ihres Vertrauens zu bevollmächtigen. Diese Vertrauensperson wird für Sie im Falle Ihrer eigenen Nichtentscheidungsfähigkeit Ihren Willen vertreten. Haben Sie in gesunden Tagen eine Patientenverfügung erstellt, so hat sich später Ihr Bevollmächtigter oder Betreuer in Seinen Entscheidungen an dieser zu orientieren und Ihren vorausverfügten Willen möglichst im Einvernehmen mit Ärzten, Pflegepersonal und anderen Angehörigen umzusetzen. Vollmachten können jederzeit widerrufen werden. Sie haben kein Verfallsdatum, sollten aber gelegentlich überprüft werden, ob sie noch dem neuesten Stand entsprechen.

Welche Patientenverfügungen sind zu empfehlen?
Medizinische Laien sind meist überfordert, wenn sie ihre Wünsche in einer Verfügung selbst formulieren sollen. Gute Muster sind deshalb unverzichtbar.
Wir empfehlen Ihnen die Vorsorgebroschüre des Bayerischen Justizministeriums sowie die Broschüre „Patientenverfügung“ des Bundesjustizministeriums.

Was kann mit einer Patientenverfügung nicht erreicht werden?
Mit einer Patientenverfügung können Sie auf bestimmte Behandlungs-Maßnahmen verzichten. Sie können jedoch nicht verlangen, dass Ihr Leben durch eine Maßnahme aktiv beendet wird. Dies wäre aktive Sterbehilfe und ist nach deutschem Gesetz strafbar (§ 216 StGB).
Eine umfassende Vorsorge für alle erdenklichen Krankheiten der Zukunft ist unmöglich.
Nicht alles lässt sich letztlich regeln. Aber wir können Einfluss darauf nehmen, ob ausschließlich andere Menschen über uns als dereinst Sterbende entscheiden oder nicht.