Christophorus Hospizverein Erding e.V.

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst

Kontakt

Druckversion

Roßmayrgasse 3a, Rgb.
85435 Erding
Deutschland

Telefon: 08122 901683
Telefax: 08122 892852

E-Mail: info@hospizverein-erding.de

Entstehungsgeschichte

Druckversion

Der Christophorus Hospizverein Erding e.V.


Eine Idee nimmt Gestalt an

 

Die Anfänge der Hospizbewegung im Landreis Erding

 

März 1981:  Das Evangelische und Katholische Bildungswerk Erding laden zu einem Abendseminar „Umgang mit dem Sterben“ ein. Erklärtes Ziel: „erste Schritte zu gehen, unsere Hilflosigkeit gegenüber dem Sterben und Sterbenden zu überwinden.“ Die Resonanz bei den rund 40 Teilnehmenden ist so groß, dass im gleichen Jahr noch weitere 5 Abendseminare zum Thema Sterben, Tod und Trauer folgen. Wegen großer Nachfrage wird nach knapp zwei Jahren die Seminarreihe wiederholt.

Januar 1984:  Die ausschließlich aus psychosozialen Gesichtspunkten umgebaute Intensivstation am Kreiskrankenhaus Erding wird eingeweiht: Statt Großräumen entstanden Einzelzimmer, statt Kellerfenstern gab es große Fenster mit Blick ins Grüne. Hier wurden persönliche Gespräche möglich, die Intimsphäre konnte gewahrt werden, Angehörige durften zu jeder Tages- und Nachtzeit da sein. Hier war es auch möglich, im Beisein von Angehörigen zu sterben. Hier war Abschied möglich auch einige Stunden nach Eintritt des Todes, ohne dass jemand zuschaute. Und: Hier wurde Sterben auch zugelassen. Vorausgegangen waren mehrere 2-Tagesseminare zur Sterbebegleitung im Krankenhaus, insbesondere als Pflichtveranstaltung im Rahmen der Weiterbildung zur Intensivpflegekraft. Heute würde man sagen; Hospizliches Denken und die wichtigsten Prinzipien von „palliative care“ wurden damals auf der Intensivstation des Kreiskrankenhauses implementiert. Später werden auch außerhalb des Krankenhauses vergleichbare Veranstaltungen in verschiedenen Pfarreien, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen oder Gruppierungen im Landkreis angeboten und wahrgenommen.

Dezember 1993:  Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen einschlägig interessierte Fachkräfte und Vertreterinnen des Christophorus Hospizvereins München folgen einer Einladung, der ein Arbeitspapier mit dem Titel „Hospizverein Erding?“ beigelegt ist und diskutieren das Für und Wider einer Vereinsgründung. Am Ende des Abends wird beschlossen, einen Verein u gründen. Zahlreiche Teilnehmende, u.a. auch Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte erklären sich dazu bereit, in der eingesetzten Arbeitsgruppe „Organisation und Satzung“ oder in der Arbeitsgruppe „Hospizhelferausbildung“ mitzuwirken.

4. Mai 1994:  Der Christophorus Hospizverein wird von 24 Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises gegründet. Die Zeit war reif und die Startbedingungen günstig: Die Kirchen, die Stadt Erding, Vertreter aller Parteien von schwarz bis grün haben den Verein von Anfang an aktiv unterstützt, allen voran 1. Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind, der damalige Stadtdekan Joseph Mundigl und die damalige Erdinger Pfarrerin Susanne Vogt. Und von Anbeginn profitierte der Verein von der Fachkompetenz und dem Engagement zahlreicher Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Pflegekräfte. Zum Zeitpunkt der Gründung waren Vereinstrukturen und Satzung entwickelt worden, das Ausbildungskonzept für die Hospizhelferinnen und Hospizhelfer stand. Die wichtigsten Geburtshelfer des Vereins waren der Christophorus Hospizverein München; die Caritas Erding, die im Vorstand vertreten war und in den ersten Jahren dem Verein Telefonnummer und Postadresse geliehen hat; das Katholische Bildungswerk, das bei der Erstellung von Plakaten, Handzetteln und Broschüren geholfen hat und die Evangelische Kirchengemeine Erding, in deren Räumen anfänglich die Heimat des Vereins für Vortragsveranstaltungen, Seminare und Sitzungen war. Von Anfang an war man sich einig: Nichtsüberstürzen, Zeit lassen, langsam wachsen.

15. April 1996:  In einer Pressekonferenz wird erstmalig intensiv das Angebot des Vereins der Öffentlichkeit bekannt gemacht: 12 Hospizhelferinnen und 1 Hospizhelfer sind nach über 100 Stunden Ausbildungszeit (in 2 Grundkursen und 1 Aufbaukurs) und Praktika in der Sozialstation, im Altenheim oder Krankenhaus einsatzbereit; Arbeitsanleitung und Supervision für sie sind organisiert. Schon vorher waren im Rahmen der Vereinsaktivitäten Trauergruppen in Erding und Poing begonnen worden. Zusätzlich wurden „Faltblätter für Trauernde“ und die Broschüre „Zu Hause Sterben – Leben bis zuletzt“ erstellt. In zahlreichen Vortragsveranstaltungen war der Verein in die Öffentlichkeit gegangen. Jetzt konnte es „richtig“ losgehen.